Die Freiheitsstatue in New York hat schon länger eins. Der Tokio Tower auch. Und sogar das Schweizer Fondue ist seit dem vergangenen Jahr ebenfalls als Emoji auf allen Smartphones der Welt verfügbar. Höchste Zeit also, dass ein weiteres dazu kommt: der Kölner Dom.
Deshalb wollen wir, der „Kölner Stadt-Anzeiger“, in den kommenden Wochen offiziell beantragen, dass die beliebteste Sehenswürdigkeit Deutschlands – mit nach Angaben der Stadt Köln rund 6 Millionen Besuchern pro Jahr (Stand vor der Corona-Pandemie) – und das zugleich bekannteste Bauwerk der Stadt ein offizielles und einheitlich codiertes digitales Symbol wird. Die Idee dazu gab es bereits 2020, damals hieß es jedoch, dass der Dom als Bauwerk keine Chance auf ein Emoji hätte.
Zuständig für die Vergabe der Emojis ist das sogenannte Unicode Konsortium im US-Bundesstaat Kalifornien, in dem sich Unternehmen wie Apple, Google, Facebook, Microsoft, Netflix, Adobe und SAP zusammengeschlossen haben, um die kleinen digitalen Bildchen und alle anderen Schriftzeichen der Welt einheitlich zu codieren und im Zuge dessen auch über neue Vorschläge abzustimmen. Für ihren Platz im Konsortium zahlen die Firmen jährlich einen Beitrag von 21.000 US-Dollar. Institutionen können sich ebenfalls für einen Jahresbeitrag von 14.000 US-Dollar anschließen.
Eingereicht werden dürfen Neuvorschläge jedes Jahr zwischen dem 15. April und dem 31. August. Im Zuge der Corona-Pandemie wurde die Annahme neuer Ideen allerdings für sechs Monate pausiert. Diese Jahr sind neue Ideen wieder zugelassen. Damit ein Antrag auf ein neues Emoji im Unicode eine Chance hat, müssen zahlreiche Kriterien erfüllt werden. Dass bereits andere berühmte Bauwerke ein Emoji haben, reicht nicht aus: Besteht eine reelle Chance, dass das neue Emoji rege genutzt wird? Wie könnte das Emoji aussehen? Ist es von anderen bereits bestehenden Emojis ausreichend abgegrenzt?
Die Prüfung des höchstbürokratisch daherkommenden Antrags kann dann einige Zeit in Anspruch nehmen. Vom Vorschlag eines Döner-Emojis bis zur Umsetzung sind beispielsweise zwei Jahre vergangen. Doch einmal geschafft, verschwindet ein Emoji auch nicht mehr. Der Aufwand und die Geduld lohnen sich also. Und vor allem: Für was, wenn nicht für unseren Dom? Gründe gibt es jedenfalls genug.
Wie Sie mitmachen können
Schicken Sie uns gerne bis spätestens 11. August unter dem Stichwort „Domoji“ eine E-Mail an ksta-community@dumont.de mit mindestens einem der folgenden Dinge:
• Einen Grund, warum der Kölner Dom aus ihrer Sicht ein Emoji werden sollte
• Ideen, wann sie das neue Emoji in Gesprächen verwenden würden
• und/oder einen Bildentwurf für das Emoji als digitale Bilddatei, Format 18 x 18 Pixel oder 72 x 72 Pixel, am besten als PNG-Datei. Bitte geben Sie dann in ihrer E-Mail schriftlich an, dass wir das Recht haben, ihren Entwurf gegebenenfalls in unserem Antrag weiterzuverwenden.
Die besten Gründe und Ideen für die Nutzung nehmen wir in unser Begründungsschreiben im Antrag auf.
Aus allen Bild-Einsendungen wählen wir eine Auswahl von fünf verbleibenden Ideen aus, über die im Anschluss abgestimmt werden kann. Wir freuen uns sowohl über Einsendungen von Privatpersonen als auch von Agenturen, Grafikbüros und Künstlern. Die zehn Einsender und Einsenderinnen mit den besten Ideen laden wir zu einer Domdachführung ein.
Der Entwurf mit den meisten Stimmen wird von uns im Anschluss als Vorschlags eingereicht – letztendlich entscheiden aber sowieso die Digitalkonzerne wie Apple, Samsung, Facebook und Co selbst darüber, wie das Bild für den jeweiligen Unicode aussehen wird, aber wer weiß: Vielleicht ist unser Bildvorschlag ja überzeugend genug.
Über alle weiteren Schritte und Entwicklungen halten wir Sie in unserem Newsblog in den kommenden Wochen, Monaten oder Jahren (ja, die Prüfung eines Emoji-Antrags kann wie gesagt sehr lange dauern) auf dem Laufenden, geben Zwischenstände und veröffentlichen Informationen rund um die Welt der Emojis.